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CD
Kritiken: flyOut - Not All Birds Play Be-Bop
Kritik aus Cadence New York, Oktober 2009
Voegeli writes
startlingly fresh, captivating music in a post-Fuison mode,
and he plays guitar with a distinctive twist – which can be
very electric as well as bellpure depending upon the moment
at hand. Voegeli's pieces are thoughtful, delicately
intricate, not cool exactly but introspective at times, hot
at other times. These are distinctive compositions – quiet,
sophisticated, never banal, well arranged, with unusual
guitar parts. The influences of Frisell, Rypdal,
Abercrombie, McLaughlin, Coryell, even Hall are there
lurking underneath but this is a man who goes beyond and
gives you of his own musical substance. His band really
kicks out the jams too and they have obviously gone to some
lenghts to negotiate all of the hairpin turns, abrupt halts,
reversals and skyward flights laid out on Voegeli's jagged
musical roadmap. Each member is a definite asset to the
overall sound.
''Atomic Robot Man''
is as good an example as any of the wideranging territorial
sweep that Voegeli and company provide. The number begins
with harmonics and muted notes on solo guitar in a new music
sort of way – only with Free Jazz vocabulary. Then enters
squeakingly sparse sax, percussive and noteworthy bass and
crackling drums. It's an extended exercise in loosely free
sonar exploration, with soprano and guitar now taking a
busier role. Then there's an up-swing robotic lick and a
hard Rock, out chord ''b'' section. It's hip. That's
followed by a ''c'' section of more robotic intricacies with
all involved in a jagged rhythmic line and Wehrli's soprano
wailing on top. Then follows an implied funk and more
odd-metered line while the rhythm section continues. Voegeli
solos whimsically in an advanced harmonic-melodic-rhythmic
mode, in a rather light-touched fashion, while drums and
bass start kicking a jagged funk motif. Then it goes back to
the robot thing for a second and then returns to the Rock
thing with Voegeli busily wigging out in a series of
interesting electric lines.
This is a heck of a
record and it goes where others have trodden, but goes
boldly and further onto a distinct path of its own.
Excellent music. Talented writing. Sensitive performance.
Alexander Schmitz, Jazzpodium, 07/09
Ganz selten mal gibt es New-Jazz-Platten, die zu besprechen
keine Strapaze ist. Das liegt mit Sicherheit auch daran,
dass der moderne Jazz, den der Schweizer Urs Vögeli mit
seinem erstklassigen Quartett mit Ran Wehrli, ss, as, bcl,
Raffaele Bossard, b, und Alex Huber, dr, vorstellt, so gar
nichts Scharfkantiges hat, sondern grosse Frische atmet.
Komponiert und improvisiert wird mit einem grossen Quantum
an Humor und an Leichtigkeit des Seins. Zeitdimensionen
werden klug ineinander verschränkt, man hört das Blech des
Trauerzugs in New Orleans ebenso wie Mingus und die
unentbehrliche, hier nur zitierte, nie proklamierte Reaktion
auf eine ständig unwirtlicher werdende Welt. Der Witz, mit
dem der Albumtitel mit dem Nachnamen des Gitarristen spielt,
sagt schon was aus über das, was den Hörer erwartet. Und das
wären etwas pointilistische Kollektiv-Improvisationen, die
in hardboppigen Riffs ihrer Freiheit beraubt werden, gefolgt
von einem tastenden, suchenden Solo und dann der wieder in
Jackson-Pollock-artig abstrakte Szenerien wechselnden ganzen
Gruppe, bis dann der Bass sehr schnell zu maschieren beginnt
für ein spannendes Gitarrensolo, das ähnlich gebaut ist wie
das Stück in toto. ''Free 4'' ist ein Stück, das Stockhausen
sehr gefallen könnte. (der isch aber toud - anm. u.v.) Wir
haben in ''Free 5'' das interessante Jonglieren mit
Dissonanzen und hochdramatischen Eruptionen und in
''Winter'' eine Unisono-Passage zwischen Sopransax und slide
gespielter Gitarre, die spektakulär ist und von berückender
Zartheit, die sich vielfältig durch alle 13 Titel dieses
Debüts erstreckt, eine Zartheit fast ausschliesslich in den
freien Kollektivimprovisationen.
Dies ist vielfacettige Musik, spannend, expressiv, von
tastend und flüsternd bis zu brühheiss, schnell,
hochenergetisch und oft sogar irgendwo zwischen Rock und
Bop, mit griffigen, markanten und suggestiven Themen als
dramatischen Höhepunkten wie in ''Atomic Robot Man'', und
wir haben hinreissende Kollektivpassagen voller Humor,
Spielwitz, Heiterkeit und Lebendigkeit.
Sonst noch was?
Nicolas Lambert in Viva La Musica, Mensuel de l'AMR,
Genève, Mai 2009 (Übersetzung)
...flyOut spielt eine frische Musik, erzählerisch, luftig,
emotional...
...Vögeli ist ein Liebhaber von auserlesenen Akkorden mit
leeren Saiten, die großzügige Resonanzen bergen, und
beherrscht normalerweise ungreiffbare Intervalle – er lässt
Halbtöne erklingen, welche wie die Harmonika in «Spiel mir
das Lied vom Tod» klingen...
...Als Komponist zeichnet sich Vögeli in den Balladen aus,
die mehr wegen ihrer Ruhe, ihres Raumes, ihrer Sensibilität
Balladen sind als wegen ihres Tempos...
...Das
Quartett harmoniert sehr schön in den kollektiven Groove
Passagen. Bei diesen unkonventionellen Verflechtungen
gefallen die eleganten Übergänge. ideenreich, oft sich
aufbauend mit einem attraktiven Motiv wie in «Atomic Robot
Man», wo sich groteskes und schrilles die Balance halten und
Erinnerungen an «Fables of Faubus» wachrufen. Das Universum
von Mingus wird ergänzt durch erschütternde Overdrive
Passagen...
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