Pressestimmen

CD Kritiken
 

Ghost Town Trio - No Tits But Hits

Wir attestieren den drei Musikern, dass sie zwar ohne Titten auskommen müssen, sich dafür aber über mächtig dicke Eier freuen dürfen - Jazz Thing, Mai 2011

So reisserisch der Albumtitel auch ist, musikalisch ist ''No Tits But Hits'' mehr als Effekthascherei. -
Basler Zeitung, Februar 2011

Die klugen, verspielten Arrangements öffnen kargen Stücken neue Räume oder specken bombastiscshe bis auf die Knochen ab. Die Vorlagen werden mal mit Respekt und Raffinesse, mal mit leiser bis bissiger Ironie umgedeutet.
Schaffhauser Nachrichten, Februar 2011

Wenn schon Covers, dann ist diese abgespeckte Rock- und Improvariante ein gülter Ansatz - Jazz'n'More, Juni 2011

 

flyOut - Not All Birds Play Be-Bop

Kritik aus Cadence New York, Oktober 2009

Voegeli writes startlingly fresh, captivating music in a post-Fuison mode, and he plays guitar with a distinctive twist – which can be very electric as well as bellpure depending upon the moment at hand. Voegeli's pieces are thoughtful, delicately intricate, not cool exactly but introspective at times, hot at other times. These are distinctive compositions – quiet, sophisticated, never banal, well arranged, with unusual guitar parts. The influences of Frisell, Rypdal, Abercrombie, McLaughlin, Coryell, even Hall are there lurking underneath but this is a man who goes beyond and gives you of his own musical substance. His band really kicks out the jams too and they have obviously gone to some lenghts to negotiate all of the hairpin turns, abrupt halts, reversals and skyward flights laid out on Voegeli's jagged musical roadmap. Each member is a definite asset to the overall sound.

''Atomic Robot Man'' is as good an example as any of the wideranging territorial sweep that Voegeli and company provide. The number begins with harmonics and muted notes on solo guitar in a new music sort of way – only with Free Jazz vocabulary. Then enters squeakingly sparse sax, percussive and noteworthy bass and crackling drums. It's an extended exercise in loosely free sonar exploration, with soprano and guitar now taking a busier role. Then there's an up-swing robotic lick and a hard Rock, out chord ''b'' section. It's hip. That's followed by a ''c'' section of more robotic intricacies with all involved in a jagged rhythmic line and Wehrli's soprano wailing on top. Then follows an implied funk and more odd-metered line while the rhythm section continues. Voegeli solos whimsically in an advanced harmonic-melodic-rhythmic mode, in a rather light-touched fashion, while drums and bass start kicking a jagged funk motif. Then it goes back to the robot thing for a second and then returns to the Rock thing with Voegeli busily wigging out in a series of interesting electric lines.

This is a heck of a record and it goes where others have trodden, but goes boldly and further onto a distinct path of its own. Excellent music. Talented writing. Sensitive performance.


Alexander Schmitz, Jazzpodium, 07/09

Ganz selten mal gibt es New-Jazz-Platten, die zu besprechen keine Strapaze ist. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass der moderne Jazz, den der Schweizer Urs Vögeli mit seinem erstklassigen Quartett mit Ran Wehrli, ss, as, bcl, Raffaele Bossard, b, und Alex Huber, dr, vorstellt, so gar nichts Scharfkantiges hat, sondern grosse Frische atmet. Komponiert und improvisiert wird mit einem grossen Quantum an Humor und an Leichtigkeit des Seins. Zeitdimensionen werden klug ineinander verschränkt, man hört das Blech des Trauerzugs in New Orleans ebenso wie Mingus und die unentbehrliche, hier nur zitierte, nie proklamierte Reaktion auf eine ständig unwirtlicher werdende Welt. Der Witz, mit dem der Albumtitel mit dem Nachnamen des Gitarristen spielt, sagt schon was aus über das, was den Hörer erwartet. Und das wären etwas pointilistische Kollektiv-Improvisationen, die in hardboppigen Riffs ihrer Freiheit beraubt werden, gefolgt von einem tastenden, suchenden Solo und dann der wieder in Jackson-Pollock-artig abstrakte Szenerien wechselnden ganzen Gruppe, bis dann der Bass sehr schnell zu maschieren beginnt für ein spannendes Gitarrensolo, das ähnlich gebaut ist wie das Stück in toto. ''Free 4'' ist ein Stück, das Stockhausen sehr gefallen könnte. (der isch aber toud - anm. u.v.) Wir haben in ''Free 5'' das interessante Jonglieren mit Dissonanzen und hochdramatischen Eruptionen und in ''Winter'' eine Unisono-Passage zwischen Sopransax und slide gespielter Gitarre, die spektakulär ist und von berückender Zartheit, die sich vielfältig durch alle 13 Titel dieses Debüts erstreckt, eine Zartheit fast ausschliesslich in den freien Kollektivimprovisationen.
Dies ist vielfacettige Musik, spannend, expressiv, von tastend und flüsternd bis zu brühheiss, schnell, hochenergetisch und oft sogar irgendwo zwischen Rock und Bop, mit griffigen, markanten und suggestiven Themen als dramatischen Höhepunkten wie in ''Atomic Robot Man'', und wir haben hinreissende Kollektivpassagen voller Humor, Spielwitz, Heiterkeit und Lebendigkeit.
Sonst noch was?
 

Nicolas Lambert in Viva La Musica, Mensuel de l'AMR, Genève, Mai 2009 (Übersetzung)

...flyOut spielt eine frische Musik, erzählerisch, luftig, emotional...

...Vögeli ist ein Liebhaber von auserlesenen Akkorden mit leeren Saiten, die großzügige Resonanzen bergen, und beherrscht normalerweise ungreiffbare Intervalle – er lässt Halbtöne erklingen, welche wie die Harmonika in «Spiel mir das Lied vom Tod» klingen...

...Als Komponist zeichnet sich Vögeli in den Balladen aus, die mehr wegen ihrer Ruhe, ihres Raumes, ihrer Sensibilität Balladen sind als wegen ihres Tempos...

...Das Quartett harmoniert sehr schön in den kollektiven Groove Passagen. Bei diesen unkonventionellen Verflechtungen gefallen die eleganten Übergänge. ideenreich, oft sich aufbauend mit einem attraktiven Motiv wie in «Atomic Robot Man», wo sich groteskes und schrilles die Balance halten und Erinnerungen an «Fables of Faubus» wachrufen. Das Universum von Mingus wird ergänzt durch erschütternde Overdrive Passagen...